Geboren und aufgewachsen in Hessen, geht Dirk Schäfer zunächst nach München, wo er bei Patricia Rommel den Beruf des Filmeditors erlernt.

In Berlin entsteht 1989 sein Debütfilm Die weißen Zwerge, der im Rahmen des Max-­Ophüls-­Filmfestivals in Saarbrücken mit dem    Sonderpreis ausgezeichnet wird. Es folgen zwei weitere von Schäfer inszenierte Spielfilme für das ZDF: Wilma wohnt weit weg und Achtundzwanzichtausend Wünsche werden auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastian uraufgeführt. Neben seiner langjährigen Weggefährtin und Co-Autorin Marie Schmitz sind darin u.a. Inge Keller und Georgette Dee zu sehen.

Für den SFB entsteht 1995 Schäfers erster abendfüllender Dokumentarfilm Alis Welt, über die Irrungen eines 14‐jährigen,   alevitischen Jungen im türkisch geprägten Kreuzberger Kiez.

Ab  1996  verfolgt  Schäfer  eine  Professionalisierung  als  Autor  und  Script-­Consultant. Er ist zunächst für den Aufbau eines Pools für Drehbuchautoren innerhalb des Berliner Medienverlags „Felix Bloch Erben“ verantwortlich. In diese Zeit fällt seine Begegnung mit Neco Çelik, dessen Förderer er wird.

1999 lässt sich Schäfer von Bobette Buster, einer Koryphäe der University of Southern California im Bereich script development, an der Master School Drehbuch in Babelsberg zum Creative Producer ausbilden. Im Anschluss ist er für verschiedene Berliner Filmproduktionen als freier Producer tätig.

Seinen ersten Workshop leitet Dirk Schäfer 2002 an der Filmakademie Ludwigsburg zum Thema Film und Anarchie.

Zum Abschluss seines Weiterbildungsstudiums an der Kölner Kunsthochschule für Medien realisiert Schäfer 2004 in Istanbul den Kurzspielfilm Lâl, der auf zahlreichen internationalen Festivals zu sehen ist.

Eine Meisterklasse in Warschau im Jahre 2005 an der Filmschule des legendären Regisseurs Andrzej Wajda rundet die Ausbildung ab. Mit Volker Schlöndorff als Mentor schreibt er hier das Drehbuch zum Spielfilm Wirklich, in dessen Teaser er die Schauspielerin Angela Winkler inszeniert.

Von 2006 bis 2012 lebt und arbeitet Dirk Schäfer in Istanbul, wo er bis 2010 im Studienzweig Film and Television an der privaten Bilgi Universität unterrichtet. Im Mittelpunkt seiner Kurse, die im Rahmen eines Bachelor-­Programms stattfinden, stehen Grundlagen der Videoproduktion, der Filmmontage und der digitalen Nachbearbeitung. Neben der organisatorischen Leitung der Diplomklassen aller Film-­ und Multimediaabteilungen, dem Senior Project Course, initiiert Schäfer den Dokumentarfilmkurs New ways of video documentary, der auch internationalen Austauschstudenten verschiedenster Disziplinen offensteht.

Parallel zur Lehrtätigkeit realisiert Schäfer von 2009 bis 2010 im Auftrag der EU-­Delegation zwei beobachtende  Dokumentarfilmprojekte, die sich thematisch mit dem Aufbau von Kulturzentren in verschiedenen Großstädten im Osten der Türkei (EKOSEP), sowie der Betreuung von Straßenkindern (IGEP) in den Metropolen des Landes widmen.

Für die Reihe „Entdeckungen“ des deutsch‐französischen Senders Arte dreht Schäfer im gleichen Jahr den Dokumentarfilm Von  Mülleseln und Seifenfrauen, ein Porträt der Stadt Mardin, dessen lange Version 2010 unter dem Titel And they live in Mardin im Rahmen des Internationalen Filmfestivals in Istanbul uraufgeführt wird.

2012 wird Eine Art Liebe, das Porträt eines jungen Kurden, der um Selbstbestimmung kämpft, im Wettbewerb des DOK Leipzig Filmfestivals erstmals gezeigt und mit einer lobenden Erwähnung als herausragender deutscher Dokumentarfilm bedacht.

Anschließend kehrt Schäfer partiell nach Deutschland zurück, wo er u.a. die Dokumentation Der heiße Monat für einen Programmschwerpunkt des Bayerischen Rundfunks zum Thema „Ramadan“ realisiert.

Im Juli 2017 wird Schäfers dokumentarisches Filmessay Beine wie ein Storch über Edzard Reuters Jahre im türkischen Exil in der Berliner Akademie der Künste uraufgeführt.

In Kooperation mit der Kirch Stiftung und der bayerischen Landesstiftung „art131“ engagiert sich Dirk Schäfer 2017/18 an der Münchner Filmhochschule als Gastdozent für Workshops mit geflüchteten Jugendlichen, bei denen vier Kurzfilme entstehen, die unter dem Titel FOREVER FLÜCHTLING an bayerischen Schulen gezeigt und diskutiert werden.

Im Sommer 2019 vollendet Schäfer die Arbeit an Bekar Evi – Das Junggesellenhaus, einer ZDF/Arte Auftragsproduktion, die im Rahmen von DOK-Leipzig uraufgeführt wird.

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